SUPER SAMOJEDEN                                                                                                Zecken
HS Eigenverlag Ing. Helmut Sicheritz Münchendorferstr. 14 A-2325 Himberg
Ich denke, es bedarf keiner besonderen Beschreibung dieser Parasiten. Jeder Hundebesitzer macht mit ihnen dauernd Bekanntschaft und über geeignete - und auch weniger geeignete - Gegenmaßnahmen wird viel diskutiert. Die Zecke gehört zweifelsohne zu einem der treuesten Begleiter aller Hunde und besonders Samojeden mit ihrem langhaarigen Fell und dichter Unterwolle fallen in die Kategorie „Zeckenmagnet“. Aber: kein Nachteil ohne Vorteil! Am weißen Samojedenfell sind die Biester relativ leicht erkennbar. Jedoch nur so lange, bis sie sich in die tieferen Pelz-Regionen zurückgezogen haben. Dann wird`s mühsam. Eine fachmedizinische Beschreibung aller Krankheiten, die durch Zeckenbisse (es sind eigentlich Stiche) übertragen werden können, lasse ich hier bewusst aus. Wer`s genauer wissen möchte, bemüht das Internet nach: Borreliose, FSME, Anaplasmose, Ehrlichiose und Babesiose. Oder: „Fragen sie ihren Arzt oder Apotheker“! Auf alle Fälle Grund genug, sich rechtzeitig  Gedanken über eine effiziente Zeckenabwehr zu machen. Wann ist Zeckensaison? In Regionen mit Durchschnittstemperaturen von ca. 4 - 18 Grad (40 - 65 Grad Fahrenheit) sind sie leider ganzjährig anzutreffen. Selbst wenn das Thermometer auf  - 20 Grad (-4 Grad Fahrenheit) fällt, erfrieren sie noch nicht. Wie Igel und Bär halten sie dann Winterschlaf. Unter Schneedecken im feuchten Laub, in Mäusenestern, Fuchshöhlen und Maulwurfsbauten verbringen sie ihre Ferien und fühlen sich dabei wohl. Durch den Klimawandel sind nun auch in den bisher eiskalten Jahreszeiten Temperaturen über den Gefrierpunkt durchaus üblich und macht die Zecke zu einem quasi ganzjährig aktiven Tier. Gefährlich ist das besonders deshalb, weil wir es (noch) nicht gewohnt sind, in den ehemals kalten Monaten mit Zeckenstichen zu rechnen und schützen unsere Hunde (und uns) daher nicht rechtzeitig und entsprechend. Wo leben Zecken? Kurz gesagt: vor deiner Haustüre! Überall an bodennahen, dunklen und feuchten Stellen. Besonders stark bewaldete Gebiete und hohe Gräser sind ihre bevorzugten Aufenthaltsorte. Sie lieben Plätze, an denen die Luftfeuchtigkeit höher als 85 % ist und sind deshalb vor allem nach Regenperioden besonders aktiv. 50 % aller Zecken sind mit der Borrelia-Bakterie infiziert und dadurch noch blutrünstiger als ihre nicht infizierten Kollegen. Sie sind besonders faule Tiere und bewegen sich in ihrem ganzen Leben nicht viel mehr als 1 - 2 Meter weit. Deshalb springen sie auch nicht auf ihr Opfer, sondern warten auf Grashalmen oder im Gebüsch auf den Kontakt mit dir und deinen Hund. Die 8 beinigen Spinnentiere gehören zur Gruppe der Milben und sind hoch spezialisierte Tiere, die durch Körperbau und Verhalten hervorragend an ihre Umwelt angepasst sind. Als Parasit brauchen sie andere Lebewesen, von deren Blut sie sich ernähren – ähnlich wie Stechmücken. Die Zecke saugt das Blut ohne Umwege in ihren Darm, der so dehnbar ist, dass eine vollgesaugte Zecke bis zu 200 Mal so viel wiegen kann wie eine hungrige. Sie überleben 3 Wochen unter Wasser und krabbeln daher auch problemlos wieder aus der Toilette. Falls du an Schockgefrieren denken solltest: sinnlos! In Tiefkühltruhen überleben sie 24 Stunden bei - 12 Grad (10 Grad Fahrenheit) und selbst einen Waschmaschinengang bei 40 Grad (102 Grad Fahrenheit) schaffen sie locker. In der Wohnung krabbeln sie bis zu 10 Tage aktiv herum und können dabei auch in dieser graslosen Umgebung stechen. In freier Wildbahn werden sie bis zu 9 Jahre alt und kommen dabei in Notzeiten sogar 1 - 3 Jahre ohne Mahlzeit aus. Wo verstecken sich Zecken? Bevor sie sich verstecken und stechen, solltest du nach jedem Spaziergang gründlichst die Hunde-Oberfläche untersuchen. Dort sind die krabbelnden Winzlinge am weißen Fell noch relativ leicht auszumachen. Nimm ein Klebeband und pflücke sie damit ab. Erst dann geht`s zur gründlichen Nachsuche bis auf die Haut. Am schnellsten fündig wirst du an den markierten Stellen im rechten Bild (anklicken). Die Zeckenabwehr Zecken sind unglaublich talentierte Überlebenskünstler und daher kaum auszurotten. Gleich vorweg: es gibt (noch) keine Methode, die hundertprozentigen Schutz garantiert. Deshalb sind auch Internetforen und Social-Media Plattformen - pünktlich zu Saisonstart - voll mit Beiträgen zum Zecken-Thema. Die Industrie lässt sich diese Chance natürlich nicht entgehen und bietet inzwischen eine schier unüberschaubare Anzahl von Problemlösungen an. Grundsätzlich können Zeckenschutzmittel in zwei Kategorien eingeteilt werden: Abschreckend (repellierend): Mittel, die Zecken abweisen und deinen Hund für sie gar nicht erst schmackhaft machen sollen. Eine Methode, die ohne Gift auskommt und mit natürlichen Wirkstoffen die Parasiten vertreibt. Leider eine Wunschvorstellung, die nicht so gut funktioniert, wie wir es gerne hätten.
Abtötend: Die Zecke wird nicht vorbeugend abgewehrt, sondern muss zubeißen und das Blut aufnehmen, wobei der Wirkstoff in den Parasiten gelangt und ihn abtötet. Das klingt abschreckend, aber die Zecken sterben angeblich in einem so kurzen Zeitraum, dass sie nicht in der Lage sind, eine Krankheit zu übertragen. Ich habe zusammen mit meinen Hunden inzwischen mehr als 50 Jahre gegen die Zeckenplage angekämpft und dabei wahrscheinlich alle bisher bekannten Mittel ausprobiert. Meine Erfahrungen dabei werden teilweise auch von wissenschaftlichen Studien bestätigt, sind jedoch weitgehend meine subjektiven Erlebnisse, die keinesfalls Anspruch auf Allgemeingültigkeit und Wirksamkeit/Unwirksamkeit bei allen Hunden erheben. Magnetanhänger: sie versprechen, den Hund bis zu zwei Jahre durch ihr „Schwingungsfeld“ vor Zecken zu schützen. Der Anhänger enthält angeblich eine energetisch aktivierte Schicht, die zumindest bei meinen Hunden komplett wirkungslos war. Aussage von Dr. Anja Joachim von der Veterinärmedizinischen Universität Wien: ...ein Humbug, mit dem man Leuten das Geld aus der Tasche zieht. Wenn dieser 5 cm große Anhänger tatsächlich wirken würde, dann nur lokal und nicht auf dem gesamten Hundekörper, dessen Oberfläche bei einem Samojeden etwa 1,5 - 2 m2 ausmacht“. Bernsteinkette: Eine Fehlinvestition, die von den Zecken komplett ignoriert wurde. Der Testzeitraum betrug auch nur zwei Wochen - dann ging die relativ teure Kette irgendwo im Unterholz verloren. Auch diese Erfahrung deckt sich mit den wissenschaftlichen Untersuchungen von Dr. Anja Joachim: „Bernstein hat keine Wirkung auf Zecken, es sei denn, sie hauen mit dem Bernstein fest auf die Zecke, um sie zu töten.“ Natürliche Mittel: sowohl äußerlich (Einsprühen) als auch innerlich (Futterzusatz) angewandt, verringerten Kokos, Knoblauch und ätherische Öle den Zeckenbefall nur kurzfristig über 2 - 3 Tage. Dann hatten sich die Parasiten offenbar an den Geruch gewöhnt und stachen wieder ungehemmt zu. Das ist verständlich. Wäre ich ausgehungert, würde ich sicher auch in ein Knoblauchkotelett beißen, selbst wenn ich diesen Lauch sonst strikt meide. Abgesehen davon denke ich, dass eine wirklich wirksame Menge Knoblauch als Futterzusatz für den Hund gefährlich werden kann, da die roten Blutkörperchen zerstört werden. Laut Fachberichten ist auch der Einsatz von Kokosöl nicht unproblematisch, da es das Hundefell verklebt und damit den Wärmehaushalt stört. Ätherische Öle können darüber hinaus schwere Allergien auslösen.   Diverse Halsbänder: waren nur kurz wirksam. Bei Hunden, die gerne ins Wasser gehen, ist die Wirkung noch weit kürzer. Halsbänder sind auch keine gute Idee bei mehreren Haustieren, die sich gegenseitig ablecken. Wenn Kinder im Haushalt leben, würde ich auf Halsbänder überhaupt verzichten - oder ein absolutes Streichelverbot aussprechen und das dann auch konsequent überwachen. Viel Glück dabei! Kautablette: dieses relativ neue Mittel wurde mir bereits kurz nach Markteinführung von meinem Tierarzt empfohlen und in weiterer Folge auch angewandt. Das Ergebnis war zwar (erstmalig) sensationell positiv, die zahlreichen negativen Kommentare im Internet ließen mich - spät aber doch - nachdenken. Die Tablette enthält den Wirkstoff Fluralaner, ein Nervengift. Noch dazu wurden zum damaligen Zeitpunkt auf Google & Co die fehlenden Langzeit-Tests kritisiert. Ziemlich erschrocken über meine Leichtfertigkeit setzte ich das Mittel sofort wieder ab. Die Zecken haben es mir freudig gedankt! Jetzt war ich in einem Gewissenskonflikt: einerseits lege ich großen Wert auf gesunde und natürliche Barf- Ernährung meiner Hunde. Da passt die Zufuhr von toxischen Stoffen über den Magen überhaupt nicht dazu. Andererseits war mir aber auch das Risiko einer Krankheitsübertragung durch Zeckenstiche durchaus bewusst. Was tun? Fluralaner Spot-On: Exakt zu diesem Zeitpunkt kam der Wirkstoff der Kautablette auch als Lösung zum Auftropfen auf die Haut in den Markt. In der Zwischenzeit hatte ich mich auch ausführlicher über diverse Zeckenabwehrmittel informiert. Zuverlässig wirksam waren bei diversen Tests ausnahmslos nur Präparate, die Nervengifte enthalten. Ich verwende diese Tropfen nunmehr im 3. Jahr und habe bisher an meinen Hunden keine Neben- wirkungen beobachtet. Das sagt keinesfalls, dass ich dieses Präparat uneingeschränkt empfehle. Bei meinen Samis ist es bisher der beste Nutzen/Risiko Kompromiss und ein Kompromiss wird der Kampf gegen die Blutsauger wohl immer bleiben. Die Symptome eines Zeckenstichs Bei Entzündungen an der Bissstelle, bei Fieber, Lethargie, Appetitlosigkeit und lokalen Lymphknotenschwellungen würde ich keine Sekunde an meinem Hund selbst herumbasteln sondern sofort den Tierarzt aufsuchen.